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Englischlehrer für ein Jahr am Ruhr-Kolleg |
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Seit fünf Jahren unterrichten englischsprachige Studenten am
Ruhr-Kolleg. Der Amerikaner Travis Mills will auch Vorurteile abbauen.
Der Fremdsprachenassistent ist im gleichen Alter
wie seine Schüler André und David . Er wartet darauf, dass die
Studenten das Zitat von Simone de Beauvoir in ihren eigenen Worten
zusammenfassen. "Dominic, möchtest du vielleicht?", fragt Mills mit
amerikanischem Akzent. Doch Dominic will nicht. Und das ist okay. Der
23-jährige Amerikaner ist Fremdsprachenassistent am Ruhr-Kolleg und
genau so alt wie seine Studenten. Er soll die jungen Erwachsenen zum
Sprechen bringen, auf Englisch natürlich. Aber auch da ist er nicht so
hart. Wenn es nicht anders geht, dürfen die Studenten auch auf Deutsch
antworten. "Ich will nur, dass sie reden, egal worüber", sagt Mills. Er
spricht über Stereotype, bringt Artikel aus Zeitungen mit.
Grammatikübungen macht Mills nicht. Kein Wunder also, dass der junge
Lehrer beliebt ist. "Travis-Zeit" rufen die Kollegstudenten manchmal,
wenn der Amerikaner zum Unterricht kommt. In Nashville hat er Deutsch
und Europäische Geschichte studiert. Lehrer will er eigentlich nicht
werden. "Ich stand hier zum ersten Mal vor einer Klasse." Der
23-Jährige will sein Deutsch verbessern und sieht sich selbst eher als
Botschafter. Er möchte Vorurteilen abbauen. Seit fünf Jahren
unterrichten Studenten aus Großbritannien und den USA als
Fremdsprachenassistenten am Ruhr-Kolleg. Entweder betreuen sie kleinere
Konversationsgruppen oder unterrichten im Team mit dem eigentlichen
Englischlehrer. Travis Mills arbeitet mit elf verschiedenen Gruppen
zusammen. "Manchmal ist es schwer, die Fähigkeiten der
unterschiedlichen Schüler einzuschätzen", sagt er. Noch bis Ende Juni
bleibt Mills in Essen. Sein bester Freund hier ist ehemaliger
Ruhr-Kolleg-Student. Dann klingelt es zur Pause. Doch keiner der
Studenten schiebt seinen Stuhl zurück und eilt aus dem Klassenraum.
Jetzt sind alle in ihre Gruppenarbeit vertieft und diskutieren in Ruhe
zu Ende.
WAZ 22.Mai 2008 Katharina Bons
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