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Weitere Texte zum Schulprogramm des Ruhr-Kollegs:
Das Schulprogramm
hier: Fortschreibung (Stand: 31.12.2010 )
0 Präambel
Die Weiterbildungskollegs in öffentlicher und privater Trägerschaft sind Einrichtungen des Zweiten Bildungsweges und verstehen sich als innovative Dienstleister im Bildungsbereich. Hier können Erwachsene die allgemeinbildenden Schulabschlüsse Fachoberschulreife, Fachhochschulreife und Abitur erwerben. Bei der ständigen Weiterentwicklung ihrer Angebotsstruktur berücksichtigen die Weiterbildungskollegs neue gesellschaftliche Anforderungen, wie sie z.B. durch Wandel der Arbeitsgesellschaft, die Globalisierung und die neuen Technologien hervorgerufen werden, ebenso wie die besonderen Lebenslagen der Studierenden, die durch berufliche Umorientierungen und durch die Entwicklung neuer Lebensperspektiven gekennzeichnet sind. Damit die Qualität des Angebotes den neuen Herausforderungen gerecht wird, arbeiten Vertreter der Weiterbildungskollegs in einem Netzwerk von überregionalen Facharbeits-kreisen, und es findet ein ständiger Informationsaustausch durch die Ringe der Welterbildungskollegs auf Bundes- und Landesebene statt. Fachliche Qualitäten und Standards werden auch in den Fachkonferenzen unter Beteiligung der Studierenden intensiv reflektiert und gegebenenfalls über Formen kollegialer Beratung gesichert. Dabei wird aufgrund der einer aufklärerisch-demokratischen Tradition verpflichteten Kultur der Weiterbildungskollegs ein erwachsenengemäßer Umgang miteinander gepflegt, der insbesondere durch Toleranz gegenüber den verschiedenen Ethnien, durch Solidarität und kooperative Entscheidungsfindung geprägt ist.
Vorbemerkung:
Die folgenden Ausführungen orientieren sich an der Broschüre „Schulentwicklung. `... und sie bewegt sich doch!`", herausgegeben vom Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, insbesondere an den ausgewiesenen „Elemente(n) des Schulprogramms" (S. 9-11). Die Fortschreibungsgehalte des Textes sind im folgenden kursiv gehalten bzw. als Anlage im Anhang beigefügt.
1. Darlegung des schulischen Konsenses im Hinblick auf den erzieherischen Auftrag der einzelnen Schule
Vor dem Hintergrund der zwischenzeitlichen Überführung in den neuen Rechts-titel „Weiterbildungskolleg" bleibt für das Ruhr-Kolleg zu konstatieren, daß sich in seiner grundsätzlichen Ausrichtung keine Änderungen ergeben haben. Weder vollzogen noch angedacht ist die Ausweitung des Angebots in eine berufsbegleitende Variante nach APO-AG. Gleiches gilt für Lehrgänge der traditionellen ARS. Insofern gilt für unsere im herkömmlichen Sinne weitergeführte Einrichtung nach wie vor:
Ein erzieherischer Auftrag kommt dem Ruhr-Kolleg in der abschlußbezogenen Weiterbildung weniger zu, eher wohl eine in sozial- und bildungspolitischen Motiven getragene Verpflichtung, der berufs- und lebenserfahrenen Klientel ein angemessenes Angebot unter erwachsenengemäßen Bedingungen vorzuhalten. Regulierend wirkt hierbei die Idee, den Erwachsenenstatus unserer Studierenden - auch bei der Gestaltung des Unterrichts - angemessen zu aktivieren und die Adressaten in der Rolle kontraktfähiger, den eigenen sowie den Lernprozeß Anderer mitverantwortender Subjekte zu stärken. Vordringliche Aufgabe der Schule bleibt es somit, insbesondere in der Eingangsphase des 1. Semesters, die Gruppenbildungsprozesse der in ihren bisherigen Werdegängen nach Beruf, Alter und schulischer Vorbildung mannigfaltig ausgerichteten Teilnehmerschaft durch integrative Maßnahmen (Klassenlehrer, Stufenleiter, Verbindungslehrer, SV etc.) - auch durch außerschulische Aktivitäten wie Exkursionen u.ä. - zu fördern, ferner vor dem Hintergrund der Zielsetzung das Bewußtsein zu schärfen für den Präsenzcharakter unserer Lehrgangsform sowie für die damit verbundene soziale Organisation des gemeinsamen Lehrens und Lernens. -
2. Aussagen zur Konzeption schuleigener Fachlehrpläne sowie zum Unterrichtsangebot in Vorkurs und Einführungsphase
In einem Institut der Erwachsenenbildung gehört Transparenz bei der Konzeption Kolleg-eigener Fachlehrpläne zu den Grundvoraussetzungen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden. Die vor und außerhalb der Kollegzeit erlangte Eigenständigkeit der Studierenden des Zweiten Bildungsweges wird durch die in den Fachkonferenzen am Ruhr-Kolleg regelmäßig anstehende Aktualisierung bzw. Evaluation der Lehrpläne berücksichtigt. Dies gilt auch für die paritätische Form der Mitwirkung.
In curricularer Hinsicht lassen wir uns leiten von dem Grundsatz, unseren Teilnehmern basale Einstiege zu bieten, in der Absicht, rudimentäre und zum Teil auch verschüttete Grundlagenkenntnisse und Fertigkeiten gemeinsam und in stetiger Progression unter Anleitung mit neuem Leben zu füllen. Dieser Prozess des Lehrens und Lernens verlangt regelmäßige Präsenz aller Teilnehmer, da der Gang des aufsteigenden Lernens rasch an Breite und Intensität gewinnt.
Für die Fachplaner bedeutet dieser Ansatz, die Lernschritte in ihrer Sequenz und Zielsetzung zu positionieren und in fächerverbindender Systematik zu vernetzen (vgl. Punkt 3). Das betrifft insbesondere die Fächer des Aufgabenfeldes III, deren Koordination den Lernprozess der Studierenden zusätzlich fördert und stärkt.
Durch die in den Konferenzen erzielten Absprachen und die daraus resultierende Abstimmung der Lehrpläne sollen Lerneffizienz und Lernerfolg gesteigert und aufgrund gezielter Angebote wie Förderunterricht in Deutsch, Englisch und Mathematik (Vertiefungsfachkonzept) sowie Einstufungstests unnötig hohen Abbrecherzahlen in den Eingangsklassen begegnet werden.
Während auch Veranstaltungen zu „Lern- und Arbeitstechniken" vorübergehend als eigene Projekttage veranstaltet worden waren (vgl. Anhang „Methodentraining an Projekttagen"), hat sich seit einiger Zeit im Kollegium die Auffassung verdichtet, derlei Hilfestellung in die Immanenz des jeweiligen Fachunterrichts zu integrieren. Hier dürfte auch die Akzeptanz der Studierenden noch am ehesten abrufbar sein, wenn sie erleben, wie der jeweilig fachspezifische Lernzugang entsprechende Einhilfen erfährt, insbesondere dann, wenn die Lernerfolgskontrollen eine Optimierung des Lernerfolgs evident erscheinen lassen.
Beim Stichwort „Lernerfolg" bzw. bei dessen Kontrolle sei angemerkt, daß insbesondere in der Einführungsphase bzw. im Unterricht des ersten Semesters die Lerneingangsvoraussetzungen zunehmend differieren. Die vorübergehend eingeführte Maßnahme eines „Angleichungslehrgangs" (vgl. Anhang: Herleitung, Begründung und Skizzierung) vermochte nur vorübergehend Linderung zu bereiten. Dieses Angebot wurde nach ausführlicher Evaluation zurückgenommen, als sich herausstellte, dass es nicht mit gewünschter Präzision und Nachhaltigkeit Adressaten der Zielgruppe erreichte. Statt dessen setzt die Einrichtung nunmehr verstärkt auf das systemeigene Vorkursangebot sowie auf gezielte Fördermaßnahmen innerhalb der ersten beiden Semester der Einführungsphase.
Vor diesem Hintergrund hat sich das Ruhr-Kolleg vor kurzem entschlossen, zu Beginn des ersten Semesters alle Kandidaten einem „Einstufungstest" zu unterziehen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. In einer schriftlichen Prüfung von jeweils 60 Minuten Dauer soll ermittelt werden, ob die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht gegeben sind. - Die Auswertungen erfolgen unmittelbar in eigens eingesetzten Klassenkonferenzen. Sie begründen individuell ausgerichtete Fördermaßnahmen, die für die Teilnehmer umgehend und verpflichtend umgesetzt werden. Hierbei sind mehrere Fälle denkbar:
Wer in Deutsch oder Englisch oder Mathematik erhebliche Einbußen gegenüber den Eingangsstandards ausweist, belegt zusätzlich einen zweistündigen „Förderkurs". Das Semesterergebnis (schriftlich/mündlich) dieser Kursbelegung geht anteilig am Proporz der Stundentafel ein in die Ermittlung der Semesterendnote. So korrigiert der Leistungsstand im Förderkurs die Endnote des Regelunterrichts im Verhältnis 1 : 2. Dies mit der Einschränkung, dass die Gesamtnote „ausreichend" nicht nach oben überschritten werden kann.
Studierenden mit Migrationshintergrund wird bei Befund defizitärer Deutschkenntnisse dringend angeraten, flankierend einschlägige Angebote von Weiterbildungseinrichtungen bzw. Universitäten zu belegen. Es hat sich herausgestellt, dass ein eigener, zweistündiger Kurs DaF im Ansatz nicht hinreicht, Elementarmängel in der Beherrschung der Deutschen Sprache (in Wort und Schrift) zu kompensieren.
In Fällen defizitärer Eingangsvoraussetzungen in mehr als einem Pflichtbindungsfach wird den Teilnehmern empfohlen, von ihrer förmlichen Zulassung abzusehen und statt dessen den Vorkurs zu besuchen. Da diese Maßnahme mit einer Semesterwiederholung verbunden ist, sieht die Schule davon ab, den Übergang gegen den erklärten Willen der Beratenen „ad hoc" zu vollziehen. Wer sich zutraut, die benannten Defizite in eigener Regie aufzuarbeiten, verbleibt auf Wunsch im angestammten Lernumfeld und wird statt dessen mit zusätzlichen Angeboten gefördert.
Mit der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung im WS 2010/11 erhielten Weiterbildungskollegs die Möglichkeit, in ihrer Einführungsphase sogenannten Vertiefungsfächer zu etablieren. Im Gegensatz zu herkömmlichem Förderunterricht orientiert sich diese Maßnahme nicht an der stofflichen Wiederholung oder Variation des Regelunterrichtes, sondern verfolgt das Ziel, grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erwerben, die eine erfolgreiche Mitarbeit am Regelunterricht begründen und somit ermöglichen sollen.
Mit den skizzierten Einstiegsvarianten sind nach dem ersten Quartal des ersten Semesters entscheidende Weichen für tragfähige Gruppenbildungen gelegt. Etwa ab der zweiten Hälfte des ersten Semesters kann davon ausgegangen werden, dass sich Lerngruppen formiert haben, die selbststeuernde Korrektivfunktion auch außerhalb des Unterrichts entfalten. Diese zu begleiten ist das Ziel aller in dieser Phase eingesetzten Lehrkräfte. Hierbei ist „Beratung" gefragt im Versuch, möglichst umfassend und genau individuelle Problemlagen zu erfassen und geeignete Maßnahmen zur Förderung zu vermitteln.
Vor dem Hintergrund dieses Befundes erweitert sich das Rollensegment der Fach- und Klassenlehrer um einer weitere Komponente. Während das bisherige, eher traditionelle Rollenverständnis den Fachlehrer in seiner didaktischen und unterrichtsmethodischen Kompetenz erfragte, mithin also das „Was" und „Wie" der unterrichtlichen Vermittlung in den Vordergrund der Bemühungen stellte, wurde zunehmend deutlich, wie die jeweilige Persönlichkeit der Lehrenden auch das „Ob" einer geregelten und abschlußbezogenen Weiterbildung für eine immer größer werdende Zahl von Studierenden bedingt. Vom Lehrenden wird erwartet, Ansprechpartner zu sein, motivational zu wirken und seine Adressaten im Zweifelsfall auch von der Sinnhaftigkeit eines auf zwei bis drei Jahre gestreckten Lehrgangs zu überzeugen. Wer dieses leistet, erhält, - auch in „schwierigen Fächern" -, Zulauf, wer sich den eher fördernd unterstützend ausgerichteten Anforderungen entzieht, kann mit Abwahl rechnen.
Eine erfolgreiche Beratung mag die Studierenden auch im weiteren Verlauf der Einführungsphase vor Schaden bewahren, etwa bei den anstehenden Wahlen, insbesondere denen zur Qualifikationsphase. Diesen Weg auch organisationspraktisch zu erleichtern, ihn mit flankierenden Maßnahmen abzusichern war ein weiteres Ziel in den vergangenen Jahren.
Als jüngste Maßnahme dieser Art hat sich eine Abwandlung des Vertiefungsfächerangebotes für das zweite Semester bewährt. Diese mit der neuen APO-WbK entwickelte Lösung richtet sich an Interessenten einer (späteren) LK-Belegung in den Pflichtbindungsfächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Im kompetenzorientierten Training sollen die Teilnehmer die Möglichkeit erhalten, ihre mutmaßliche Eignung ohne Notendruck selbst zu testen und in selbstkritischer Potentialanalyse abschließend zu bewerten.
Die Tendenz, mutmaßliche Neigung und Eignung über Systeme der Beratung und Evaluation teilnehmerzentriert zu ermitteln, hat vor Jahren bereits die Konzeption des „Wahlangebotes" geleitet. Dies sei im Folgenden skizziert:
Zu den Schwächen des traditionellen Einführungsunterrichts gehörte, daß Studierende mit Interesse an den zweistündig unterrichteten Wahlfächern keine hinreichenden Kriterien geltend machen konnten für eine evtl. Leistungskursanwahl. Es gab keine Klausurverpflichtung. Der in der Stundentafel nur schwach abgedeckte Bereich gestattete kaum Einblicke in Inhalte, Umfang und Methoden. Fehlgriffe bei der An- oder Nichtwahl waren die Folge. Angesichts dieser Pro-blematik und mit Blick auf die Sequentialität des fachlichen Lernens im Aufgabenfeld III (vgl. 3) kamen die Mitwirkungsorgane überein, den in der Kursanwahl bisher benachteiligten Fächern größeren Angebotsraum einzuräumen. Schlüssel hierzu wurde der „Quartalsunterricht". Die Grundidee:
Was bislang als zweistündiger Wochenunterricht pro Semester ausgewiesen war, sollte nunmehr vierstündig pro Quartal in höherer Angebotsdichte abgedeckt werden. Alle LK-fähigen Wahlfächer sollten bis zum Ende des ersten Quartals im zweiten Semester ihre jeweilige Obligatorik laut Stundentafel bereits abgearbeitet haben, bevor sie im Schlußquartal erneut, nunmehr allerdings in neigungs-affizierter „Kür" den Studierenden ein weiteres Mal ermöglicht werden sollten. - Dieses System wurde inzwischen in mehreren Varianten erprobt, modifiziert und den Zwängen des Systems (personelle Stärke der Fachschaften, Belastbarkeit der Fachkollegen, Stundenplanprobleme etc.) angepasst. Es führt dazu, dass Studierende im zweiten Quartal des zweiten Semesters insbesondere in den Fächern Erdkunde, Soziologie und Biologie ihre mutmaßliche Affinität zur LK-Anwahl nochmals überprüfen und die fachlichen Grundlagen für einen erfolgreichen Abschluss rechtzeitig anvisieren können.
3. Vereinbarungen zum fächerübergreifenden und fächerverbindenden Arbeiten
Themengebundenes und fächerübergreifendes Arbeiten wurde lange Jahre am Ruhr-Kolleg im zweiten Semester im Rahmen eines vierstündigen Ökologieunterrichtes angeboten. Projektthemen waren unter anderem „Der Boden" und „Die Erdatmosphäre". Der Unterricht wurde von Lehrern, die verschiedene Fächer vertreten (z.B. Biologie, Erdkunde, Chemie, Physik, Philosophie, VWL), im Team-teaching-Verfahren durchgeführt. Hierbei hat sich gezeigt, dass es nicht ratsam erscheint, den Schwerpunkt auf Fächer bzw. Fachgehalte zu legen, die im ersten Semester noch nicht unterrichtet wurden. Die Anlage eines derartig ausgerichteten Unterrichts ist nur bedingt in der Lage, Grundkenntnisse für die weitere Arbeit im Kurssystem zu vermitteln. Für Studierende und Lehrer zufriedenstellende Ergebnisse lassen sich hingegen erzielen, wenn bei dieser Projektarbeit auf Grundkenntnisse aus dem ersten Semester zurückgegriffen werden kann. -
Mit der Neuausrichtung des Unterrichts in der Einführungsphase, insbesondere der Einführung des Quartalsunterrichts (vgl. 2) wurden derlei Konzepte obsolet. Der Fokus richtete sich zurück auf die Belange des jeweiligen Faches, auf die fachspezifischen Eigenheiten in Umfang und Eigendynamik. Nicht mehr wurde akzeptiert, die Wertigkeit eines Fachgehaltes in funktionaler Abhängigkeit eines zufällig gewählten Leitthemas zu sehen und je nach jeweiliger Gegebenheit ein Fach mehr oder weniger in einen Ringzyklus einzubinden. Statt dessen gerieten die Lernenden und ihre Verständnishorizonte verstärkt in die didaktische Überlegung. Am Beispiel des Aufgabenfeldes III stellte sich die Frage, wie die affinen Fächer Mathematik und Physik oder aber Biologie und Chemie jeweilige Lernziele aufeinander abstimmen könnten, um Doubletten im Angebot sowohl zu vermeiden (z.B. „Teilchenmodell", „Chemische Bindung", „Atommodelle" oder „Umstellen von Gleichungen" in Physik und Mathematik) als auch aufeinander abgestimmte Lernwege sequentiell für einander aufzuarbeiten. Mit anderen Worten, es stellte sich die Frage eines „fächerverbindenden Curriculums" für das Aufgabenfeld III. Diese Problematik wurde zunächst in ihrer grundsätzlichen Bedeutung erfasst und sodann in einem zweiten Schritt unter den Bedingungen des Quartalsunterrichtsmodells (vgl. 2) organisatorisch umgesetzt. Das Ergebnis: während Mathematik und Physik durchgängig als Semesterunterricht angeboten werden, setzt die Chemie mit dem 2. Quartal des ersten Semesters (4-stündig) ein, um der Biologie den Boden zu bereiten für das 1. Quartal des zweiten Semesters. - Die detaillierte Skizzierung dieser fächerverbindenden Revision ist als Anlage im Anhang beigefügt.
4. Vereinbarungen zu Projektunterricht und Arbeitsgemeinschaften
Neben der früheren, am Beispiel der Ökologie ausgewiesenen Form des projektorientierten Arbeitens führte das „Projekt" als Idee auch des Fachunterrichts in Literatur oder Geschichte, in Erdkunde und selbst in Mathematik in der jüngeren Vergangenheit zu beachtlicher Resonanz mit finalen Ausstellungen. Sei es im Foyer oder in den Schaukästen im Parterre-Bereich, die jeweiligen Exponate in ihren Kontexten zeigen, dass auch reguläre Kurse der Qualifikationsphase in ihrem Ablauf alternativ organisiert und erfolgreich zum Abschluss geführt werden können. Hierbei zeigt insbesondere das Fach „Literatur" seine größte Wandlungsfähigkeit. Ursprünglich dem traditionellen Fach „Kunst" in Genres und Formen der Präsentation am ehesten verwandt, hat es in den vergangenen Jahren eine Ausweitung seines curricularen Horizontes erfahren. Längst nicht mehr bestimmen Coulagen, Montagen oder Skulpturen die Szene. Eine Vernissage mit fotografischen Arbeiten, Adaptionen architektonischer Gestaltungen und Verknüpfungen mit bildhaften oder textgebundenen Motivlagen bestimmen nunmehr ebenso den Alltag, wie mit selbst geschaffenen Kurzfilmen (DVD) oder Hörspielen ganze Projekttage bestritten werden können: ein weitgespannter Beitrag zur ästhetischen Bildung, ein gelungenes Bindeglied zur Auseinandersetzung mit Literatur in den Fächern Deutsch sowie den Fremdsprachen, eine Brücke aber auch zu unserer neu entstandenen „Theater-AG". Obwohl noch jung an Jahren und manchen Risiken des späten Unterrichts am Nachmittag ausgesetzt, ist die Gruppe erfolgreich bestrebt, sich mit wechselnden Besetzungen zu arrangieren, mal als Präsenzbühne, mal in filmischer Regieführung des mimischen Spiels.
Ähnlich innovative Wege geht auch unsere AG des Faches Geschichte. Angesichts der Tatsache, dass im ZBW die Disziplin elementar an die „Sozialwissenschaften" gebunden ist und in ihrem curricularen Selbstverständnis als Sozialgeschichte der Zeit nach 1848 sich entfaltet, wurde der Versuch unternommen, diese Beschränkung in einem komplementären Vorhaben aufzuheben und den Horizont zu öffnen für eine herkömmliche und d.h. weltgeschichtliche Dimensionierung des Fragehorizonts. Dieses Vorhaben schien umso dringlicher, als das geschichtliche Wissen unserer Studierenden auch von Vertretern der Fächer Deutsch, Englisch, Französisch und selbstredend auch Latein als unzulänglich empfunden wird. In einem ersten Durchlauf galt das Interesse explizit der Antike, namentlich der römischen, auch mit dem Hintergedanken, die Belange des Faches Latein lebensnäher in den Blick treten zu lassen. - Das Interesse der Studierenden lässt auf eine tragfähige Konzeption schließen.
Auch im Fach Latein gibt es Bestrebungen, den in der Stundentafel insbesondere der Qualifikationsphase knapp gewordenen Raum zu überschreiten und Interessenten eine von Zensurzwängen freie Mitarbeit in einer Arbeitsgemeinschaft zu bieten, die wesentlich Übersetzungsarbeiten forciert, ihre Methode systematisch perfektioniert und hierbei Fertigkeiten vermittelt, die in einem nur 3-stündigen Grundkurs nicht mit vergleichbarer Sorgfalt eingeübt werden können.
Wie sehr freiwillige Arbeitsgemeinschaften als zusätzliche Arbeitsformen dem regulären Unterricht erwachsen können, verdeutlicht das Fach Erdkunde. Was etwa im Bereich der Stadtgeographie theoretisch erschlossen und nach Maßgabe des Regelunterrichts begrifflich umgesetzt wurde, kann - in ein Projekt überführt - in praktischer und d.h. handwerklicher Umsetzung zur Städtebau- und Stadtplanung en miniature im Modell hergestellt werden.
Eine weitere Form der freiwilligen Arbeitsgemeinschaften gilt dem Fach Sport. - Diese ausgleichende Disziplin konnte lange Jahre in der Einführungs- als auch in der Qualifikationsphase belegt werden mit den Schwerpunktsportarten Badminton, Basket- sowie Fußball. In der Zwischenzeit musste dieses Angebot mangels geeigneter Fachlehrer zurückgenommen werden. Geblieben sind AG-Angebote zum Fußball - die Mannschaften des Ruhr-Kollegs mutierten in vergangenen Jahren zu Abonnement-Landesmeistern der Weiterbildungskollegs.
Wem diese Sportart nicht zusagt und lieber auf Ausdauertraining setzt, hat die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung das Joggen zu lernen und sich für Marathon-verdächtige Weiten konditionieren zu lassen.
Über Jahre bewährt hat sich unsere „medienpädagogische Arbeitsgemeinschaft" in der Vermittlung medientheoretischer Grundlagen mit dem Ziel der praktischen Medienpartizipation in den Bereichen Presse, Funk und Fernsehen. Detaillierte Ausführungen hierzu sind als Anlage im Anhang beigefügt.
Ähnlich ergebnisorientiert und erfolgreich präsentiert sich auch die Dauereinrichtung einer Informatik AG, die unter Anleitung des für die Vernetzung der Computer zuständigen Fachlehrers im fortschreitenden Prozess die Homepage des Ruhr-Kollegs pflegt und gestaltet.
5. Aussagen zur Sicherung von Unterricht und zur Vertretung
In einer „lebenden Organisation" wie dem Ruhr-Kolleg ist der permanente Zu- und Abgang von Lehrkräften gang und gäbe. Im vergangenen Jahrzehnt wurde etwa die Hälfte des Kollegiums vom Generationenwechsel erfasst. Dies birgt Risiken, bietet Chancen. Alte und bewährte Kräfte verließen die Schule, erzeugten Diskontinuität. Junge Lehrer, insbesondere junge Frauen, belebten die Fachschaften und die Vielfalt des schulischen Angebots, erzeugten ihrerseits in der Folge Vertretungsbedarfe in Mutterschutz und Elternurlaub. Fluktuationen dieser Art werden weitgehend problemlos aufgefangen durch befristete Verträge mit Aushilfslehrern.
Ohne flankierende Hilfe etwa in Form einer Vertretungsreserve bleibt das Ruhr-Kolleg sich selbst überlassen, wenn es gilt, Unterrichtsausfall ad hoc oder über kürzere Zeiträume zu kompensieren. In diesen Fällen greift die Einrichtung auf eigene Reserven zurück im Instrument der fachbezogenen Vertretung via Mehrarbeit des Kollegiums. Das Vertretungskonzept kennt zwei Vorgehensweisen. Ad hoc in der E-Phase ausfallender Unterricht wird in der Regel durch eine Lehrkraft ersetzt, die in der nämlichen Klasse (ein anderes Fach) unterrichtet, mit der Konsequenz, dass der Regelsatz nach Stundentafel in dem einen Fach vorübergehend überschritten, im ausfallenden unterschritten wird. Im Laufe zweier Semester können diese Werte aus- oder einander angeglichen werden.
Anders stellt sich die Situation dar in der Qualifikationsphase. Hier werden ausfallende Fachstunden in GK und LK von Fachlehrern des nämlichen Faches vertreten, sofern der Stundenplan und die Personalstärke der Fachschaften dieses zulassen. Zu diesem Zweck mailen die ausfallenden Fachlehrer (in der Regel) bereits vorbereitete Materialien ihrer Reihensequenzen an eine mit der Vertretungsorganisation betraute Kollegin, die das Material sondiert, aufbereitet und an den für die Vertretung vorgesehenen Lehrer weiterleitet. - Mehrarbeit von mehr als drei Stunden pro Monat werden nach Mehrarbeitsverordnung abgerechnet. Auch für diese Verwaltungsaufgabe steht ein Kollege jenseits seiner Unterrichtsverpflichtung zur Verfügung. - Beide Verfahren haben sich in der Praxis bewährt. Begünstigend in der Qualifikationsphase wirkt sich aus, dass die Vorgaben für die teilzentralen Abschlussprüfungen Unterrichtsprozesse standardisieren und Fachkollegen sich zunehmend eingearbeitet zeigen.
6. Aussagen zur Beratung der Studierenden / Interessenten und zur Zusammenarbeit mit dem Schulträger und weiteren Partnern aus dem Schulumfeld
Der Beratung von Studierenden kommt in einem Weiterbildungskolleg herausragende Bedeutung zu (vg. bereits S. 4). Nach Maßgabe unseres Konzepts gilt sie zum einen der kontinuierlichen Betreuung in allen Laufbahnfragen, zum anderen aber, - und dies in verstärktem Umfang -, der lebenspraktischen bzw. persönlichen Begleitung in vielerlei Konfliktfeldern. Solange hierbei institutionelle Bezugsgrößen ins Spiel kommen (BAföG-Amt, Sozialamt, Arbeitsamt, Kindergarten u.ä.) greift die Schule selbst über die Leitung flankierend ein im Bemühen, Studienhindernisse überwinden zu helfen. Ansonsten obliegt es den Klassenlehrern bzw., in der Qualifikationsphase, den Mentoren, Studierende auch persönlich in Lebensfragen zu betreuen, in Konfliktfällen zu vermitteln und insbesondere in der Einführungsphase (1. Semester) für rasche und nachhaltige Integrationsmaßnahmen zu sorgen, die es den Lernenden ermöglicht, sich als Gruppe zu formieren und den Lernprozess gemeinsam erlebbar zu gestalten. Dies geschieht auch über die Wahrnehmung außerunterrichtlicher Veranstaltungen der Lerngruppen, über Exkursionen, Klassenfahrten oder Projektveranstaltungen außerhalb unseres Hauses.
In Fragen der Laufbahnberatung hat sich das Ruhr-Kolleg für ein System semesterbezogener Stufenleitungen entschieden. So wird jedes Einstiegssemester betreut von speziell geschulten und eigenständig operierenden Stufenleitern, die ihre Bezugsgruppe sechs Semester lang begleiten und schließlich zum Abitur führen. Übergreifend ist dieser Prozess gegründet in der Instanz eines Kurskoordinators, dem auch die Einarbeitung, Betreuung und Schulung des Stufenleiternachwuchses obliegt.
Ein wesentlicher Beitrag zur Beratung gilt den Interessenten unseres Lehrgangs. Zwei Beraterteams stehen ganzjährig zu festgesetzten Zeiten an einem Abend und an einem Vormittag jede Woche zur Verfügung, wenn es gilt, Weiterbildungswillige in ihren individuellen Profilen zu erfassen und sie in ihren mutmaßlichen Möglichkeiten individuell zu beraten. Hierbei wird - soweit möglich - das gesamte Spektrum des regionalen Angebots berücksichtigt, so dass diese Aufgabe in abgestimmter Ergänzung der kommunalen Weiterbildungsberatung zu sehen ist. - Interessenten der abschluss-bezogenen Weiterbildung werden im Besonderen auf das Angebot des Ruhr-Kollegs eingestimmt, sofern die Eingangsvoraussetzungen erfüllt und die Zielausrichtung mit den individuellen Entwicklungsprofilen der Kandidaten kompatibel erscheint. Die Beratung erfolgt sodann detailliert, enthält mündliche und schriftliche Informationen über das Wesen und den Aufbau des Bildungsganges sowie über mögliche Abschlüsse, thematisiert ferner den Bereich der finanziellen Förderung, der Krankenversicherung, ggfls. der Unterbringungsmöglichkeit von Kindern u.ä. mehr. - Sollten die vorliegenden Unterlagen eine Regelfallentscheidung begründen, erhalten die Kandidaten von den Beratungslehrern / der Beratungslehrerin eine verbindliche Studienplatzzusage und die notwendigen Unterlagen für die Beantragung von BAföG-Leistungen. - Bei höheren schulischen Vorleistungen wird mit der Studienplatzzusage zugleich die Einstufungsentscheidung vorbereitet. - Kandidaten ohne FOR erhalten eine besondere Beratung. Je nach Einzelfall kommt eine Eignungsprüfung oder aber die Teilnahme am systemeigenen Vorkurs in Betracht.
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Das Ruhr-Kolleg kooperiert:
- mit der Weiterbildungsberatung der VHS Essen sowie mit den Volkshochschulen unseres Einzugsgebietes;
- mit den Arbeitsämtern der Region bzw. mit den entsprechenden Berufsinformationszentren;
- mit den umliegenden Realschulen (Infos für Schulabgänger);
- mit der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher (RAA).
Eine besondere Form der Zusammenarbeit unterhält das Ruhr-Kolleg mit den VHS der Region. Während die Einrichtungen in Hattingen, Velbert, Bochum, Marl und Herten wesentlich in Fragen der Bildungsberatung und Öffentlichkeitsarbeit dem Ruhr-Kolleg zur Seite stehen, fand in Essen über 20 Jahre lang ein sogenannter „Brückenkurs" statt, in dem Kandidaten ohne FOR in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch nach abgestimmten curricularen Konzepten durch Personal der VHS auf den Übergang zum Ruhr-Kolleg vorbereitet wurden. Der Unterricht fand berufsbegleitend an drei Abenden in der Woche statt und umfasste 12 Wochenstunden für die Dauer eines Semesters. - Diese Maßnahme wurde aufgrund verknappter personeller Ressourcen eingestellt.
In Anlehnung an dieses Konzept wurde seit dem SS 1998 an der VHS in Recklinghausen ebenfalls ein vorbereitender, berufsbegleitender Kurs angeboten. Hier jedoch nicht mit Personal der Volkshochschule, sondern in Kooperation mit dem AG Gelsenkirchen gemäß APO-Kolleg. - Erste Erfahrungen waren ermutigend, curriculare Abstimmungsprozesse zwischen beiden Schulen weit vorangeschritten. Seit dem WS 99/00 wurde der Lehrgang jedoch nicht mehr angeboten, Interessenten statt dessen auf den systemeigenen Vorkurs des Ruhr-Kollegs verwiesen.
7. Aussagen zur Gestaltung der Schule als Lebensraum und zur Öffnung von Schule
Als Vollzeitschule in Tagesform beansprucht das Ruhr-Kolleg einen beträchtlichen Teil der alltäglichen Lebenswirklichkeit seiner erwachsenen Studierenden. Es versteht sich deshalb nicht nur als Ausbildungsstätte im engeren Sinne, sondern auch als Lebensraum, um dessen Ausgestaltung die Schule im Zuge ihrer Programmentwicklung bemüht ist. Seit dem Bezug seines heutigen Schulgebäudes verfügt das Ruhr-Kolleg u.a. mit seiner Aula, mit Bibliothek und Lesesaal, der Cafeteria und dem Schulpark über günstige räumliche Voraussetzungen für die Gestaltung des Schullebens. Innerhalb des Rahmens der Unterrichtsorganisation wird mit fest eingeplanten Verfügungsstunden ein Freiraum für außerunterrichtliche bzw. unterrichtsergänzende Veranstaltungen bereitgehalten.
Die außerunterrichtlichen Angebote wenden sich vorrangig an Studierende, Lehrende und Ehemalige; mit ihnen öffnet sich die Schule aber nach Möglichkeit auch nach außen, vor allem gegenüber der Nachbarschaft und dem Stadtbezirk.
Es handelt sich insbesondere um die weitere Entwicklung und Ausgestaltung der folgenden Aktivitäten bzw. Angebote:
- Veranstaltungsreihe „Öffentliche Wissenschaft" mit Vorträgen ausgewiesener Wissenschaftler und Experten zu gesellschafts-, sprach- und naturwissenschaftlichen bzw. ökologischen Themen (mit öffentlicher Einladung in der Lokalpresse);
- Veranstaltungsreihe „Zeitgeschichte" mit Berichten von Zeitzeugen (mit Einladung der Nachbarschaft bzw. in der Lokalpresse);
- Veranstaltungsreihe „Politik" mit Informationen zu aktuellen Ereignissen oder Podiumsdiskussionen zu aktuellen (bildungs-)politischen Fragen mit Beteiligung von Landes- und Kommunalpolitikern:
- Veranstaltungsreihe „Kultur" mit Konzerten (wie den früheren Stadtteilkonzerten der städtischen Philharmonie), Theater, Kabarett;
- Wechselnde Ausstellungen des Fachbereichs Literatur/Kunst im öffentlich zugänglichen Foyerbereich;
- Kooperation mit der Universität GH Essen - Duisburg, Fach Germanistik, mit studienorientierenden Veranstaltungen für die Kollegiaten und schulpraktischen Versuchen der Studenten;
- fest terminiertes Schul- und Ehemaligenfest mit von der Schule gestaltetem „buntem" Programm (mit Einladung an die Nachbarschaft);
- Unterstützung der Entwicklung und Tätigkeit des Ehemaligen- und Fördervereins „Förderkreis Ruhr-Kolleg";
- Entwicklung eines Betriebskonzeptes für die semi-professionell betriebene Cafeteria, deren Gewinn dem Notfonds zur Unterstützung in Notlagen geratener Studierender zufließt;
8. Aussagen zu dauerhaften internationalen Schulpartnerschaften und zum internationalen Austausch
Im Ruhr-Kolleg wurde bereits früh die Ansicht vertreten, dass die Entwicklung eines freien Waren-, Kapital- und Dienstleistungsmarktes in Europa den Bildungsbereich nicht unberührt lassen wird. So war man versucht, mit Einrichtungen der schulabschlussbezogenen Weiterbildung aus den europäischen Partnerländern Kooperationsbeziehungen aufzubauen. Ziel dieser Bemühungen waren nicht bloße Partnerschaften, sondern der pädagogische Austausch über einrichtungstypische didaktische Fragen, die Entwicklung gemeinsamer Unterrichtsreihen und -materialien, die Durchführung von gemeinsamen Unterrichtsprojekten usw. Am weitesten war dies bisher mit einer Partnerschule in Kalmar (Schweden) gelungen.
Eine besondere Form des Austauschs hat die Fachschaft Englisch ins Leben gerufen mit der Einbindung des Ruhr-Kollegs ins „assistent-teaching" - Programm. Jeweilig für die Dauer eines Semesters werden Studierende aus angelsächsischen oder angloamerikanischen Ländern als Tutoren eingesetzt, ihre Kompetenz als native speaker eingebunden zur Förderung kommunikativer Fertigkeiten. Diese Veranstaltungen sind sehr gut besucht, bei Studierenden sehr beliebt. Insbesondere in der Einführungsphase nutzen auch Fachlehrer diese Möglichkeit, ihre Lerngruppen binnendifferenzierend zu unterrichten und zeitgleich zu eigenen Vorhaben Teilgruppen ins kommunikative Training abzugeben.
9. Aussagen zu besonderen Unterrichtsveranstaltungen, Teilnahme an Modellversuchen
Seit etlichen Jahren sind Studierende des Ruhr-Kollegs über das „institut francais" eingebunden in das Zertifizierungsprogramm „DELF". Was zunächst ab dem vierten Semester als 2-stündige AG zusätzlich zum regulären Grundkurs nachmittags angeboten wurde, erlebte vor kurzem einen ersten, erfolgreichen Abschluss. Studierenden des Ruhr-Kollegs konnten nach externer schriftlicher sowie mündlicher Prüfung die Zertifikate I bzw. II des auf drei Leistungsstufen ausgerichteten Lehrgangs zuerkannt werden. Dieser in weiten Bereichen der Wirtschaft und des kulturellen Lebens anerkannte Abschluss zertifiziert vornehmlich kommunikationspraktische Fertigkeiten und bescheinigt den Absolventen alltagspraktische Tauglichkeiten der Orientierung in der französischen Sprache. - Angesichts des Interesses bei den Studierenden ist das Angebot nunmehr ausgeweitet und zur besseren Umsetzbarkeit in das reguläre Raster unseres Stundenplans integriert worden. - Weitere Ausführungen hierzu sind im Anhang dokumentiert.
Eine besondere Angebotsform im Fremdsprachenbereich betrifft auch das Fach Englisch. Durch zusätzliche Maßnahmen wird sichergestellt, dass Interessierte die Cambridge Certificates erwerben können, koordiniert ist die Erreichbarkeit der Sprachzertifikate CAE und FCE.
In der Erprobungsphase schließlich befindet sich das Uni-Trainee-Programm, der systematische Versuch, Studierende bereits frühzeitig auf die Belange eines späteren Hochschulstudiums vorzubereiten (vgl. Anhang).
Inzwischen Historie ist die Teilnahme des Ruhr-Kollegs im Fach Mathematik am Modellversuch „Sinus". Dieses Vorhaben sollte insbesondere praxisschwachen Studierenden des Grundkurses den Weg ins mathematische Denken weisen. Unzulängliche Fertigkeiten der rechnerischen Praxis fielen dabei nicht mehr ins Gewicht, sie wurden kompensiert durch den Einsatz von Taschencomputern. - In der Initiationsphase war das Ruhr-Kolleg nicht nur ausführende, sondern auch Schwerpunktschule des Projekts mit Sitz der Moderatorin „vor Ort".
10. Aussagen zum Fortbildungsprogramm
Es gilt als vereinbart, dass alle Veranstaltungen der Facharbeitskreise der Ringe der Fortbildung dienen und entsprechend über Vertreter des Ruhr-Kollegs frequentiert werden. Darüber hinaus werden Fortbildungsbegehren des Kollegiums prioritär berücksichtigt und genehmigt, wenn sie der Aufarbeitung fachlicher und methodischer Vorgaben der teil-/zentralen Abschlussprüfung (Abitur) dienen.
11. Aussagen zu Verfahren der Entwicklung, der Evaluation und der Fortschreibung des Schulprogramms
Die Verfahren zur Entwicklung, Evaluation und Fortschreibung des Schulprogramms sind arbeitsteilig organisiert unter Einbindung der im jeweiligen Sektor bzw. der Entwicklungsstufe zuständigen Mitwirkungsorgane. Hierzu zählen die Fachkonferenzen, die Fachbereichskonferenzen (geleitet durch die jeweiligen Koordinatoren), ferner die Lehrer- bzw. Pädagogischen Konferenzen, in denen themenspezifisch zuständige Kommissionen vorbereitend und leitend tätig werden. Auf weitergehende Formen der Institutionalisierung, etwa die Einrichtung fest umrissener Lenkungsgruppen oder die Vorgabe strikter Entwicklungszeitpläne, wurde im Interesse einer offenen Entwicklungsmöglichkeit und zur Vermeidung von Ausgrenzungsmechanismen verzichtet. - Als Kontrollorgan fungiert die Schulkonferenz, die ihrerseits als höchstes Beschlussorgan vorgeschlagene Maßnahmen abschließend erörtert und ggfls. in Kraft setzt.
Dr. Dieler
Oberstudiendirektor
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