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Menschen sind wißbegierig, und das Fragen und das Fragenkönnen zählt zu den wesentlichen Merkmalen ihrer Eigenart. So haben sie im Laufe ihrer Geschichte
a) Fragen an sich selbst gestellt, wie sie ihr Handeln in dieser Welt gestalten und daraus Lebensplanungen und Entwürfe ihres Lebens gewonnen, weiterhin b) Fragen an Umwelt, um Antworten zu finden, wie diese zu gestalten sei, c) Fragen betreffs der zwischenmenschlichen Bezüge, in denen sie leben; d) Fragen nach der Natur, damit sie sie erkennen, bearbeiten, beherrschen oder auch mit ihr leben können; e) Fragen nach dem Sein als solchem; schließlich auch f) Fragen nach der ästhetischen Gestaltung und Anschauung ihrer Umwelt.
Aus den Antworten auf diese Fragen sind die Religionen und Philosophien entstanden. Im Laufe der Geschichte haben sich diese beiden Denkssysteme immer weiter ausdiferrenziert, sind eigenständiger geworden; die Philosophie hat "große" Philosophen mit "großen" Denkksystemen hervorgebracht, aber auch viele kleine Denkanstöße geliefert, die unser Leben weitgehend mitbestimmen. Und deshalb geht es in allen "klassischen" Schulfächern auch immer mit um die Philosophie, so u.a. im - Geschichtsunterricht, wenn es um die neuzeitlichen Staats- und Gesellschschaftsauffassungen geht, - Physikunterricht, wenn es um den Modellcharakter physikalischer Aussagen geht, oder - Deutsch-, Englisch-, Französisch- und Lateinunterricht, wenn es um die Interpretation der in literarischen Werken repräsentierten Ideen geht.
Der Philosophieunterricht will sich systematisch mit den oben angesprochenen Fragen beschäftigen, unser Leben, unser Denken und unsere Umwelt nach den in ihr herrschenden Normen und Orientierungen befragen und so ein wenig mehr Aufschluß auch über uns selbst zu erhalten. Das geschieht sowohl dadurch, daß sich die Studierenden mit Zeugnissen der Philosophiegeschichte beschäftigen (d.h. Texte von Philosophen lesen), als auch systematisch Fragen nach dem richtigen Handeln, der sinnvollen Orientierung in der Welt etc. nachgehen. Themen eines solchen Philosophieunterrichtes könnten sein: - Was kann ich wissen, was erkennen? - Wie kann man begründet Stellung zu moralischen Diskussionsschwerpunkten der Gegenwart (z.B. Asylrecht, Schwangerschaftsabbruch, Euthanasie) nehmen? - Was setzen wir in den (Natur-)Wissenschaften alles voraus? - Der Mensch in der modernen Massengesellschaft - Gibt es einen idealen Staat? u.v.a. Die genaue Festlegung dessen, was Unterrichtsgegenstand sein soll, wird im Gespräch von Fachlehrer und Kurs erfolgen. Die genannten Fragen und Probleme werden im Unterricht wesentlich in Textarbeit und freiem, problemorientierten Gespräch erörtert, Leistungsnachweise im allgemeinen durch Klausuren, Mitarbeit im Unterricht, Referate und Protokolle erbracht. Das Fach Philosophie kann Abiturfach sein und vertritt im Abitur wie in Wahl zu den Fächern der Kursphase das II. Aufgabenfeld. |




